Page 9 - elbw-2020-01
P. 9

4. BIS 8. MAI

         IFAT – MÜNCHEN

         Eine effiziente Abfallwirtschaft gehört zu den großen He-
         rausforderungen unserer Zeit – und neue, digitale Tech-
         nologien  können  Kommunen,  Bewohnern  und  Unter-
         nehmen dabei das Leben deutlich leichter machen. Die        Fachmesse für Recycling-
         Bandbreite der Innovationen reicht von smarten Abfall-      Technologien
         behältern bis hin zu selbstlernenden Sortiertechnologi-
         en. In München werden dazu die neuesten Entwicklun-
         gen präsentiert.                                            Parallel zur:
                                                                     SOLIDS Dortmund 2020
         Wie praktisch alle Branchen, versucht auch die Abfall- und Re-
         cyclingwirtschaft die Chancen der Digitalisierung für sich zu
         erschließen. Schon seit einigen Jahren gibt es beispielsweise
         diverse Ideen, Abfallbehälter mittels Sensoren, Datenverarbei-
         tung  und  Kommunikationstechnologien  „smart“  zu  machen.
         Vielfach setzen sich hier Startups an die Spitze der Entwick-
         lung.  Ein  Beispiel  dafür  ist  das  polnische  Gründerteam  von
         Bin-e. Das Jungunternehmen kreierte einen intelligenten Ab-
         fallcontainer, der den Müll mit Hilfe künstlicher Intelligenz au-
         tomatisch in verschiedene Fraktionen trennt und diese zusätz-
         lich verdichtet. Ein Füllstandsensor gibt dem Entsorgungsun-
         ternehmen Bescheid, wann der Container geleert werden sollte.

         Service on Demand im Abfallmanagement

         Dieser „Service on Demand“, den auch andere Firmen als
         Kernelement  ihrer  digitalen  Abfallmanagement-Lösungen
         im Angebot haben, lässt sich derzeit schon in einigen Berei-
         chen sinnvoll einsetzen – zum Beispiel bei Depotcontainer-
         standplätzen auf öffentlichem Straßenland oder im Gewer-
         be, etwa bei Großcontainern für Glas und Papier. „Es muss
         jedoch erst noch untersucht werden, ob die Sensortechnik
         auch bei der Hausmüllabfuhr positive ökologische und öko-
         nomische Effekte zeigt – zum Beispiel im ländlichen Raum,
         wo die Haushalte weiter auseinanderliegen“, betont VKU-
         Vizepräsident  Patrick  Hasenkamp.  Im  ungünstigsten  Fall
         könne  ein  bedarfsabhängiger  Service  mehr  Transportvor-
         gänge  hervorrufen  als  die  übliche  Regelabfuhr.  Mit  Füll-
         standsensoren  ausgestattete  Abfalltonnen  werden  derzeit
         zum Beispiel in Bochum und Darmstadt erprobt.

         Lernfähiger Roboter-Greifarm sortiert
         Leichtverpackungen
         Im Kunststoffrecycling geht es darum, die Sortierung weiter zu
         optimieren – und das möglichst wirtschaftlich. Ein zukunfts-
         trächtiges Werkzeug  ist  auch  hier  die  künstliche  Intelligenz.
         Wie das aussehen kann, zeigt die Alba Group in ihrer Leicht-  Kostenfrei anmelden mit Code
         verpackungs-Sortieranlage in Leipzig. Dort wird seit Novem-  2018 auf www.recycling-technik.com
         ber 2018 ein sensorgestützter Roboter-Greifarm getestet. Die
         Aufgabe des sogenannten Fast Pickers ist es derzeit, Silikon-
         Kartuschen von Verpackungen aus Polyethylen zu unterschei-
         den und auszusortieren – eine Leistung, zu der zum Beispiel die
         marktüblichen Nahinfrarot-Trenngeräte nicht in der Lage sind.
         Die Messe bietet einen Rundumblick über alle aktuellen Tech-  PREMIUM PARTNER:
         nologie-, Logistik- und Servicetrends der Abfallwirtschaft und
         deckt darüber hinaus alle weiteren Bereiche der Branche ab.
         Info: www.ifat.de


         e.l.b.w. Umwelttechnik 1/2020                                                                          9
   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14